
Als diese Karte 1753 gezeichnet wurde, war es noch nicht immer
möglich,
maßstabsgetreu zu skizzieren. Beim Abgleich mit dem digitalen
Geländemodell
lassen sich nachträglich gewisse Details wesentlich besser einordnen.
Wasserläufe und Niederungen findet man sehr leicht im DGM.
So beschreibt diese Grafik z.B. ein Bachkreuz, welches wir heute noch
als
Gabel kennen. Der Nordarm ist durch Menschenhand inzwischen
verschlossen,
der Westarm heute der Unterlauf der Kriegbach.
Weitere Infos folgen in Kürze. (Foto: Liebl)
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Die Auswertung des digitalen Geländemodells hat eine Reihe von Details
hervorgebracht, die man mit bloßem Auge kaum so vermutet hätte. Die
oft überraschenden Ergebnisse führten zu einer Reihe von Rückfragen an
den Vorsitzenden Roland Liebl. Wir wollen diese gerne beantworten:
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In den Berichten ist immer wieder von früheren
sumpfigen und feuchten Stellen die Rede, die für Fuhrwerke
unpassierbar sind. Ich habe im Lußhardt noch keine sumpfige Stelle
gesehen. Wie kommt man darauf, dass es hier ausgedehnte nasse,
sumpfige und damit für Fuhrwerke unpassierbare Stellen gab?
Zunächst einmal ist es wichtig, näher auf die
Zeitachse einzugehen. Das digitale Gekländemodell zeigt die Boden- und
Geländestruktur basierend auf einer Laservermessung mit einer
Höhengenauigkeit im Bereich von ca. 15 cm. Rund 90 Prozent des
Geländes ist noch heute unverbaut und nicht durch den Mensch und die
Besiedlung entscheidend verändert worden. Das DGM zeigt damit in
weiten Bereichen noch die Geländestrukturen, wie sie bereits vor 1.000
oder 2.000 Jahren vorzufinden waren. Im gesamten Lußhardt rund um
die Gemarkung Kirrlach gab es damals keine natürlichen Bäche, sondern
eine Vielzahl von teilweise sehr ausgedehnten kaskadierenden (Wasser-)Lachen
und (Wasser-)Löchern. In den Senken sammelte sich Oberflächenwasser
und auch Grundwasser.
Grundsätzlich unterscheidet man mehrere Arten von
nassen, sumpfigen oder moorigen Stellen: Bruchwälder sind
permanent nasse, örtlich überstaute, sumpfige Wälder. Der Sumpf
ist ein Feuchtgebiet an Seeufern und in Flussniederungen, das stark
schlammige Böden und stehendes Wasser aufweist. Im Gegensatz zum
Moor bildet sich im Sumpf kein Torf aus und durch gelegentliches
Austrocknen wird die organische Substanz vollständig abgebaut.
Eine Feuchtwiese ist ein gehölzfreies, von Gräsern, Binsen,
Seggen und anderen krautigen Pflanzen gekennzeichnetes Biotop, dessen
Boden vom Grundwasser beeinflusst oder gelegentlich überschwemmt wird.
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