Die Auswertung des digitalen Geländemodells ergab für die
Kirrlacher Heimatforscher viele neue Ansatzpunkte und Thesen:
- Kirrlach liegt im Zentrum einer ausgedehnten (heute
trockengelegten Wasser-)Lachenlandschaft.
- Die meisten Lachen sind Senken in einer ausgedehnten
Sanddünenlandschaft auf der Ostseite des Rheingrabens. Die Höhen der
Dünen nehmen zum Grabenrand der Rheinebene hin zu (z. B. Richtung
Kronau), in Richtung Rhein nehmen sie ab. Die Dünenhöhe nimmt auch
in nördliche Richtung zu (z. B. Häuserberg in St. Leon).
- Zwei Lachen haben einen gänzlich anderen Charakter. Sie sind
durch Absenkungen im Rheingraben entstanden und haben eine Länge
über mehrere Kilometer: Die Schleußlach und die Todtlache. Die
Todtlache ist heute zum Duttlacher Graben (auch abfällig als
„Stinkbach" bezeichnet) ausgebaut. Die Schleußlach ist im Oberlauf
heute trocken gefallen. Der Unterlauf wurde zum Kriegbach ausgebaut.
- Im Norden von Kirrlach schließt sich der Reilinger Durchbruch
an, der mehrere völlig waagrechte und sinusförmige kilometerlange
Lachen mit Periodenlängen von mehreren 100 m aufweist. Die Enstehung
dieser sinsuförmigen Lachen hat einen ganz anderen Charakter: Daher
der Name Reilinger Durchbruch.
- Die frühe Besiedlung der Kirrlacher Gemarkung ist geprägt vom
Weg des Wassers von der Kinzig-Murg-Rinne zum Rhein, insbesondere im
Bereich des Süd-Nord-Gefälles des Oberrheingrabens zwischen
Bruchsal-Stegwiesen und Hockenheim-Talhaus/Ketsch.
- Kriegbach, Gießgraben, Heugraben und der Duttlacher Graben sind
erst durch massive menschliche Eingriffe zu den uns heute so
vertrauten Bachläufen geworden.
- Beim Wasser, welches die Lachen rund um Kirrlach bewässerte,
sind zwei Arten zu unterscheiden:
- Regenwasser, insbesondere auch lokale Hochwässer nach
Starkregen und Gewittern im Einzugsgebiet der Kraichgaubäche.
- Grundwasseraustritte, hervorgerufen durch Infiltration des
Oberflächenwassers in den Lußhardt und Wiederaustritt an etwas
tiefergelegenen Stellen.
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