(Fortsetzung) Das griechische Worte “Amphi-bios” (wörtlich:
doppellebig) bringt den Kern ihres Daseins auf den Punkt: Amphibien
leben als Larven im Wasser und kriechen später als Lungenatmer an
Land. Der sogenannte “Große Landgang” vor etwa 420-350 Millionen
Jahren vollzieht sich im “Kleinen Landgang” eines jeden Frosches
erneut. An diesen Meilenstein der Evolution erinnern Amphibien uns bis
heute (Quelle: https://www.frogs-friends.org/de/faszination-frosch/welt-der-amphibien).
Weltweit sind über 7.000 Arten bekannt, die sich in drei Gruppen
teilen. In Kirrlach gab es bis vor kurzer Zeit noch große Vorkommen
aus der Gruppe der Froschlurche. Zu dieser Gruppe gehören alle
Frösche, Kröten und Unken. Außerdem war die Gruppe der Schwanzlurche,
zu der alle Salamander und Froscharten gehören, stabil vertreten. Über
die das lokale Vorkommen der dritten Gruppe, der Schleichenlurche oder
Wühlen, ist wenig bekannt. Es sind regenwurmartige Amphibien ohne Arme
und Beine, die unterirdisch oder unter Wasser leben.
Mensch und Lurch sind historisch-kulturell eng verbunden. Im Guten
wie im Schlechten. Im alten Ägypten galten Frösche als
Fruchtbarkeitssymbol. Kein Wunder, Ackerbau braucht Wasser. Und mit
der Überschwemmung kamen die Frösche. Kröten hatten dagegen eher eine
schlechte Reputation. Im Mittelalter glaubte man, dass Hexen sich in
sie verwandeln.
Der vom Würzburger Fürstbischof Rudolf II von Scherenberg
(1466-1495) in Auftrag gegebene Kirrlacher Taufstein greift im Sockel
das Thema der Kröte und der Eidechse auf. Über die genaue Symbolik für
den Kirrlacher Taufstein ist leider nichts überliefert. Die Wälder,
Felder und Wiesen rund um Kirrlach waren voll von Amphibien. Insofern
war der neue Standort des Taufsteins gut gewählt.
Ohne Renaturierungsmaßnahmen (die Tieferlegung vom Erlenteich und
Faulen See ist leider noch zu wenig), wird es in Kirrlach jedes Jahr
weniger Amphibien geben. Insofern gilt es konstruktive Vorschläge zu
entwickeln.
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